Hitzeresilienz: Wenn heisse Sommer zur Wertfrage für Ihre Liegenschaften werden

Wärmere Sommer sind kein Zukunftsszenario mehr. Sie sind längst Alltag. Was das für Ihre Liegenschaften bedeutet, verraten Denise Fussen und Debora Heitz von EBP Schweiz in einem aktuellen Interview der Immobilia (Juni 2026). Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Warum das plötzlich alle betrifft

Gemäss den Schweizer Klimaszenarien 2025 nehmen Temperaturen und Tropennächte spürbar zu, besonders in Städten. Dicht bebaute Gebiete mit viel Asphalt und wenig Grünfläche heizen sich stärker auf als ländliche Regionen mit Wald und Wiesen. Das erklären die beiden Klimaexpertinnen im erwähnten Interview. Für Bewirtschafter und Eigentümer heisst das konkret: Lagen, die heute unauffällig sind, können morgen zum Hitzeproblem werden. Das beeinflusst nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch den Wert einer Liegenschaft.

Vom Nice-to-have zum Standortfaktor

Was früher als «Nice-to-have» galt (Bäume vor dem Haus, ein begrünter Hof, ein bisschen Aussenbeschattung), wird zum handfesten Wirtschaftsfaktor, sagen die beiden Expertinnen. Ein schlecht durchdachtes, hitzeanfälliges Gebäude kostet mehr Geld: höhere Energiekosten für Kühlung, unzufriedenere Mieterschaft und langfristig ein Quartier, das an Attraktivität verliert. Umgekehrt gilt: Wer frühzeitig auf Klimaanpassung setzt, sichert sich einen Vorteil. Investitionen in Hitzeresilienz seien wirtschaftlich sinnvoll, so Fussen.

Was das für Ihr Portfolio bedeutet

Diese Stellschrauben bringen laut den Expertinnen besonders viel:

  • Fassade und Material: Helle statt dunkle Oberflächen, gut geplante Verschattung und begrünte Fassaden reduzieren die Aufheizung spürbar.
  • Aussenraum: Bäume, Grünflächen und wasserdurchlässige statt versiegelte Böden wirken wie eine natürliche Klimaanlage fürs Quartier.
  • Nutzung überdenken: Hitzeempfindliche Nutzungen (z. B. Kitas, Alterswohnungen) lassen sich gezielt an kühleren Standorten oder in kühleren Gebäudeteilen platzieren.
  • Technik mit Augenmass: Klimaanlagen sind laut Heitz die teuerste und letzte Massnahme. Cleveres Bauen schlägt teure Technik.

Das Fazit für die Praxis

Hitzeresilienz betrifft nicht nur Neubauprojekte, sondern auch den bestehenden Gebäudebestand. Wer heute in Instandhaltung, Sanierung oder Umnutzung investiert, tut gut daran, die Hitzefrage gleich mitzudenken. Es geht nicht darum, jedes Gebäude sofort umzubauen, sondern Prioritäten klug zu setzen: Wo lohnt sich eine Massnahme am meisten? Und wo wird sie in fünf Jahren ohnehin nötig?

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Quelle: Denise Fussen und Debora Heitz, EBP Schweiz. Publiziert in: IMMOBILIA, Juni 2026.